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Bauchultraschall


Beurteilung der Bauchorgane per Ultraschall: Leber, Nieren, Blase, Milz, Darm, Gebärmutter und Prostata. Er zeigt, was eine Blutuntersuchung nicht sieht.

Der Bauchultraschall erlaubt einen Blick in die Organe des Bauchraums. Eine Blutuntersuchung sagt, ob ein Organ arbeitet; der Ultraschall zeigt, wie dieses Organ aussieht. Zusammen wird das Bild klar.

Die Untersuchung ist schmerzfrei, braucht keine Narkose und erfolgt, während das Tier ruhig auf dem Rücken oder der Seite gehalten wird.

Was beurteilt wird

  • Leber und Gallenblase: Größe, Struktur, Umfangsvermehrungen, Gallengrieß und Steine
  • Nieren: Größe, Aufbau von Rinde und Mark, Zysten, Steine, Erweiterung
  • Blase: Wanddicke, Steine, Grieß, Umfangsvermehrungen, Gerinnsel
  • Milz: Größe, Struktur, Umfangsvermehrungen
  • Magen und Darm: Wanddicke, Bewegung, Verschluss, Fremdkörper, Einstülpung
  • Bauchspeicheldrüse: Entzündungszeichen
  • Nebennieren
  • Gebärmutter und Eierstöcke: Gebärmuttervereiterung, Trächtigkeit, Umfangsvermehrungen
  • Prostata: Vergrößerung, Zysten, Abszess
  • Lymphknoten und freie Flüssigkeit im Bauch

Der Doppler ergänzt den Blutfluss in den Gefäßen.

Wann er angefordert wird

Ultraschall ist kein Screening, sondern eine Untersuchung, die eine Frage beantwortet. Am häufigsten wird er verlangt bei:

  • Wiederholtem Erbrechen oder Durchfall, der nicht aufhört
  • Verdacht auf Fremdkörper und Zeichen eines Verschlusses
  • Erhöhten Nieren- oder Leberwerten im Blut
  • Harnwegsproblemen, Blut im Urin, Verdacht auf Steine
  • Unerklärtem Gewichtsverlust oder Appetitmangel
  • Aufgetriebenem Bauch, Flüssigkeit oder tastbarer Umfangsvermehrung
  • Der Suche nach einer Fieberquelle
  • Verdacht auf Gebärmuttervereiterung bei einer nicht kastrierten Hündin
  • Der Begleitung einer Trächtigkeit
  • Der regelmäßigen Kontrolle bei einem älteren Tier

Vorbereitung

Am wichtigsten ist die Nüchternheit: sechs bis acht Stunden ohne Futter geben ein deutlich besseres Bild, weil Gas in Magen und Darm den Schall nicht durchlässt. Wasser wird nicht entzogen.

Soll die Blase beurteilt werden, ist eine gefüllte Blase besser zu sehen; den Hund also nicht unmittelbar vorher Gassi führen.

Der Bauch wird geschoren. Das ist kein freiwilliges Detail: Luft zwischen den Haaren verdirbt das Bild, und ein Ergebnis aus einer Untersuchung ohne Schur ist nicht verlässlich.

Was der Ultraschall nicht sieht

Hier ist Offenheit angebracht.

Alles hinter gasgefüllten Darmschlingen bleibt verborgen. Das Innere der Lunge lässt sich nicht mit Ultraschall beurteilen, weil Luft den Strahl aufhält; für den Brustraum braucht es Röntgen. Knochenstruktur ist nicht die Aufgabe des Ultraschalls. Ob eine Umfangsvermehrung gutartig oder bösartig ist, lässt sich aus dem Bild allein nicht sagen; dafür braucht es eine Punktion oder eine Biopsie.

Der Ultraschall wird deshalb meist zusammen mit Blutuntersuchungen und, wenn nötig, Röntgen eingesetzt. Welche Untersuchung warum angefordert wird, steht auf der Seite Innere Medizin.

Häufige Fragen

Muss mein Tier nüchtern kommen?

Ja. Sechs bis acht Stunden ohne Futter verbessern das Bild deutlich, weil Gas in Magen und Darm den Schallstrahl aufhält. Wasser bleibt verfügbar. Soll die Blase beurteilt werden, ist es gut, wenn das Tier sie nicht gerade entleert hat.

Wird Fell geschoren?

Der Bauch muss geschoren werden. Ultraschall kommt durch die Luft zwischen den Haaren nicht hindurch, und eine Untersuchung durch ungeschorenes Fell ist nicht verlässlich. Das Fell wächst in wenigen Wochen zu.

Ist eine Narkose nötig?

Für eine Routineuntersuchung nicht. Ein sehr angespanntes oder schmerzhaftes Tier kann eine leichte Sedierung brauchen. Ist eine Feinnadelpunktion geplant, wird sediert.

Worin unterscheidet er sich vom Röntgen?

Beide zeigen Unterschiedliches und ergänzen sich meist. Röntgen zeigt Knochen, Organumrisse und manche Fremdkörper gut; Ultraschall zeigt das Innere der Organe, die Gewebestruktur, Flüssigkeit und den Blutfluss.