Betreuung älterer Tiere
Halbjährliche Kontrollen für alternde Katzen und Hunde, Gelenk- und Schmerztherapie sowie Physiotherapie und Rehabilitation nach Lähmung oder Bewegungsverlust.
Alter ist keine Krankheit, aber es ist der Lebensabschnitt, in dem Krankheiten auftreten. Ziel ist weniger, das Leben zu verlängern, als die verbleibende Zeit bequem und schmerzfrei zu machen.
Die halbjährliche Kontrolle
Bei älteren Tieren empfehlen wir eine Kontrolle alle sechs Monate statt einmal im Jahr. Zur klinischen Untersuchung kommen Blutbild, Biochemie und Harnuntersuchung; bei Katzen zusätzlich der Schilddrüsenwert und eine Blutdruckmessung.
Die Niereninsuffizienz ist dafür das klarste Beispiel. Wenn Anzeichen auftreten, hat der größte Teil des Nierengewebes seine Funktion bereits verloren. Blut- und Harnwerte verschieben sich jedoch, während das Tier noch gesund wirkt, und in diesem Stadium verlangsamt eine angepasste Fütterung den Verlauf.
Schmerz und Gelenke
Arthrose ist bei älteren Katzen und Hunden häufig und bleibt meist unbemerkt, weil das Tier nicht lahmt, sondern sich einfach weniger bewegt. Eine Katze, die nicht mehr aufs Sofa springt, hat damit nicht aufgehört, weil sie alt ist. Sie hat aufgehört, weil es weh tut.
Die Schmerztherapie läuft zusammen mit Gewichtskontrolle und Anpassungen zu Hause: rutschfester Boden, Katzenklo mit niedrigem Einstieg, eine Stufe zu erhöhten Lieblingsplätzen, ein weiches, warmes Bett.
Physiotherapie und Rehabilitation
Für Patienten nach einer Lähmung, mit Wirbelsäulen- oder Gelenkerkrankungen oder mit Bewegungsverlust nach einer Operation stellen wir ein Übungsprogramm auf. Ziel ist der Erhalt der Muskelmasse, der Gelenkbeweglichkeit und die Rückkehr zum selbstständigen Stehen und Gehen.
Das Programm richtet sich danach, was das Tier verträgt, und wird regelmäßig überprüft. Die Übungen für zu Hause zeigen wir Ihnen; der größere Teil der Genesung geschieht dort und nicht in der Praxis.
Lebensqualität
Was Halter älterer Tiere am häufigsten fragen, ist, ob es so weit ist. Dieses Gespräch offen mit Ihnen zu führen, verstehen wir als Teil unserer Arbeit. Wir beurteilen es gemeinsam anhand von Appetit, Schmerz, Beweglichkeit, Kontinenz und Interesse an der Umgebung. Die Entscheidung liegt bei Ihnen. Unsere Aufgabe ist es, Ihnen die tatsächliche Lage zu zeigen, während Sie sie treffen.
Häufige Fragen
Ab wann gilt mein Tier als alt?
Für Katzen nimmt man zehn Jahre als Ausgangspunkt, für mittelgroße Hunde sieben. Bei Riesenrassen sinkt die Grenze auf etwa fünf Jahre, weil das Altern früher beginnt.
Warum alle sechs Monate statt einmal im Jahr?
Katzen und Hunde altern schneller als wir; sechs Monate entsprechen für sie mehreren Menschenjahren. Nierenerkrankungen, Schilddrüsenstörungen und Tumoren lassen sich weit besser führen, wenn sie in diesem Abstand entdeckt werden.
Darf ein altes Tier narkotisiert werden?
Das Alter allein ist kein Hindernis. Entscheidend ist der Zustand von Herz, Nieren und Leber. Deshalb ist die Voruntersuchung bei älteren Patienten ausführlicher.
