Gastritis beim Hund
Wie eine Entzündung der Magenschleimhaut beim Hund aussieht, wodurch sie entsteht, wie sie behandelt wird und wann wiederkehrende Schübe abgeklärt gehören.
Gastritis heißt Entzündung der Magenschleimhaut. Das ist eine Beschreibung und keine Diagnose, und die nützliche Frage lautet stets, wodurch sie verursacht wird.
Akute Gastritis
Setzt plötzlich ein. Wiederholtes Erbrechen, Speicheln, Lippenlecken, Appetitverlust, und häufig ein Hund, der Gras frisst und mit gesenkter Vorhand und erhobener Hinterhand steht, eine Haltung, die auf Bauchschmerz hindeutet.
Die übliche Ursache ist ein Diätfehler: Mülleimer geplündert, unterwegs etwas aufgenommen, ein plötzlicher Futterwechsel, oder etwas Reichhaltiges und Fettes vom Tisch.
Die meisten akuten Fälle legen sich mit einfacher Behandlung binnen ein bis zwei Tagen.
Chronische Gastritis
Zeitweiliges Erbrechen über Wochen oder Monate, oft mit Gewichtsverlust, stumpfem Fell und vermindertem Appetit. Das gehört abgeklärt statt immer wieder behandelt.
Zu den Ursachen zählen Futterunverträglichkeit, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Darmwürmer, chronische Nierenerkrankung, Lebererkrankung, Medikamente und, seltener, Tumoren.
Medikamente als Ursache
Das gehört klar gesagt: entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Humanmedizin sind eine häufige Ursache von Magengeschwüren beim Hund. Ibuprofen, Acetylsalicylsäure und Diclofenac schädigen die Magenschleimhaut und können blutende Geschwüre und Nierenversagen verursachen. Geben Sie sie einem Hund niemals.
Auch tiermedizinische Entzündungshemmer können den Magen reizen, weshalb sie mit Futter gegeben werden und weshalb wir Sie bitten, sie abzusetzen und anzurufen, sobald Erbrechen beginnt.
Was wir tun
Wir untersuchen den Hund und beurteilen zuerst den Flüssigkeitshaushalt. Wo die Vorgeschichte auf etwas Akutes deutet und der Hund im Übrigen gesund ist, ist die Behandlung meist unkompliziert: Flüssigkeit, eine Injektion gegen Übelkeit, Magenschutz und für einige Tage eine milde Kost.
Wo das Erbrechen chronisch ist oder Gewichtsverlust oder Blut hinzukommen, klären wir ab: Blutbild, Blutchemie, Kotuntersuchung, Bildgebung und in manchen Fällen Endoskopie oder Biopsie.
Zu Hause
Kleine Portionen einer milden, fettarmen Kost mehrmals täglich statt einer großen Mahlzeit. Frisches Wasser stets verfügbar, in kleinen Mengen häufig angeboten, wenn große Schlucke sofort zurückkommen. In dieser Zeit keine Leckerlis und nichts vom Tisch. Rückkehr zur gewohnten Fütterung schrittweise über mehrere Tage.
Wann Sie kommen sollten
Erbrechen, das über einen Tag hinaus anhält. Blut im Erbrochenen, oder Material wie Kaffeesatz. Schwarzer, teerartiger Kot, der verdautes Blut anzeigt. Ein Hund, der Wasser nicht bei sich behält. Mattigkeit, blasse Schleimhäute oder ein schmerzhafter Bauch. Wiederkehrende Schübe über Monate.
Und das eine, das nicht warten darf: Würgen ohne Ergebnis bei einem Hund mit aufgetriebenem, gespanntem Bauch. Das ist eine Magendrehung und keine Gastritis, und es ist ein Notfall.
